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Forschung

Affektive und schizophrene Störungen zählen weltweit zu den Hauptursachen krankheitsbedingter Beeinträchtigung. Ihr Verlauf ist ganz überwiegend chronisch oder rezidivierend und mit erhöhter Sterblichkeit verbunden. Der Forschungsverbund MooDS hat die Aufklärung der ursächlichen Faktoren, die zu affektiven und schizophrenen Störungen beitragen, zum Ziel. Dazu zählen die Sammlung großer und detailliert charakterisierter Patientenkollektive sowie systematische molekulargenetische Untersuchungen bis hin zu ersten genomweiten Assoziationsuntersuchungen.

Genetik bei uni- und bipolar affektiver Störung und Schizophrenie (Teilprojekte 1-4)

Im Forschungsverbund Moods werden in drei Teilprojekten (TP 1-3) genetische Untersuchungen an großen Patientenkollektiven für uni- und bipolar affektive und schizophrene Störungen durchgeführt, um die verantwortlichen Gene mit großer Sicherheit zu identifizieren. Dazu werden genomweite Assoziationsuntersuchungen an großen Gesamtstichproben durchgeführt (TP 4) und nach Kandidatengenen gesucht, die für alle drei Erkrankungen gemeinsam krankheitsverursachend sind (siehe Abbildung).

Graphik: Überschneidungen bei Phänotyp und Ätiologie

Phänotypdatenbank (Teilprojekt 5)

In einer diagnoseübergreifenden Datenbank sollen detaillierte krankheitsbezogene Daten einer großen Zahl von Patienten mit uni- und bipolar affektiven und schizophrenen Störungen zusammengeführt werden (MooDS Phenome Database, TP 5). Damit soll die Bedeutung von krankheitsassoziierten Genen für die klinische Ausprägung, den Krankheitsverlauf, das Ansprechen auf Medikamente und die langfristige Prognose untersucht werden.

Statistische Verfahren (Teilprojekte 7 und 8)

Für die Auswertung der genomweiten Assoziationsdaten sollen neue statistische Verfahren entwickelt und angewendet werden (TP 8). Mit Hilfe bioinformatischer Verfahren werden genomweite Informationen über biologische Zusammenhänge (Pathways) in die Analyse einbezogen und die Aussagekraft der genomweiten Assoziationsuntersuchungen zusätzlich verbessert (TP 7).

Aufklärung der Pathophysiologie bei uni- und bipolar affektiven Störungen und Schizophrenie (Teilprojekte 6 und 9-12)

Basierend auf den genetischen Befunden soll die Pathophysiologie bei uni- und bipolar affektiven Störungen und Schizophrenie systematisch aufgeklärt werden (siehe Abbildung). Dabei kommen unterschiedliche Ansätze zur Anwendung. Auf der experimentellen Ebene sollen mit neuesten Methoden Interaktionspartner der involvierten Gene identifiziert und charakterisiert werden (TP 9), darüber hinaus wird die Etablierung von Tiermodellen eine detaillierte Funktionsaufklärung erlauben (TP 12). Durch systembiologische Ansätze sollen die betroffenen Pathways weiter charakterisiert und in einen größeren Funktionszusammenhang gestellt werden (TP 10-11). Die Bedeutung der krankheitsassoziierten Gene für Gehirnmorphologie und –funktion soll durch die Anwendung bildgebender Verfahren untersucht werden (TP 6).

Graphik: Vom Gen zur Erkrankung